Es gibt zwar anfangs weder die notwendigen Instrumente, noch einen Raum zum Proben, doch einen Namen hat sie schon, die erste Band: „Greasy Fawner“.
Heino hat früher im Spielmannszug getrommelt und kann über seinen Vater eine alte Schießbude organisieren.
Andy ersteht seine erste E-Gitarre, ein Mikrophon und einen 10-Watt-Verstärker; Volle fängt an, am Bass zu zupfen und
der Farfisa-Organist heißt Arno.
Geprobt wird nach kleineren Fehlstarts ab August 74 in der Aula des LiG und nach kurzer Zeit ist die Orgel durch eine zweite Gitarre ersetzt, auf der Hans-Jürgen (Steve) Steffens nun sein Bestes gibt.
Andy benennt die Band in „Yeoman´s Tale“ um und beginnt im Winter 74 deutsche Songtexte zu schreiben und zu singen. Vorher wurde, noch mit den ausschließlich englischen Songtexten, ein - wie sollte es anders sein - rundum chaotisches Debütkonzert absolviert.
Kurz nachdem der Proberaum in das legendäre H3 (Haus 3 des alten Cuxhavener Krankenhauses) verlegt wurde, stößt der Sänger und Multiinstrumentalist Niko Clasen (†) zu den „Yeos“ und bringt auch seinen eigenen Stil in die Band mit ein.
Andy schreibt für Niko deutsche als auch englische Texte und gemeinsam mit Volle, Heino und Steve entstehen bis Sommer 1975 jede Menge Songs und bei den folgenden Gigs im CUX-Land ein erster treuer Fankreis.
Im Herbst 1975 verlässt Steve die Band und der damalige „Störtebeker“ Lead-Gitarrist Thomas (Tom) Baumann steigt nach einigen Test-Sessions bei„Yeoman´s Tale“ ein.
In den folgenden Jahren entstehen, auch über den "Release Hof“ in Otterndorf (Zappa Lindner, Manne Rürup, Carlo Karges(†), Berni Kiefer...), vermehrt Kontakte zur Hamburger Musikszene und es finden erste Gigs vor großer Kulisse
statt – z.B. als Support-Act vor Atlantis, Kraan, Can oder bei Festivals wie Hijujin, Sturmflut-Festival mit Zotty und Pit oder den Hamburg-Allstars.
Nebenbei absolvieren Andy, Niko und Heino noch ihre Azubijahre und Volle die restliche Schulzeit; doch der Traum ist natürlich, zukünftig ausschließlich von der Musik leben zu können.
Ende 1977 beschließen vier Mitglieder des Quintetts (Andy - Git./Gesang, Tom -inzwischen auf Keyboards umgestiegen, Volle - Bass/Gesang und Heino - Drums) im Amtshof in Neuhaus/Oste in einer Groß-WG mit insgesamt 14 Leuten zusammen zuziehen und dort auch den Proberaum zu errichten. Niko (Gesang/Flöten/Sax) will lieber in Cuxhaven wohnen bleiben, spielt aber noch bis Ende `78 mit.
Mittendrin:
1978 wird im neuen Domizil die Idee „CATS TV“ aus der Taufe gehoben.
Andy und Tom arbeiten sehr eng und zeitintensiv zusammen und in unzähligen Nächten erstellen sie im
Amtshof-Gewölbe aus Andy´s Textideen die musikalischen Grundlagen für das zukünftige CATS-TV-Repertoire.
Geplant ist eine visuell unterstützte Rock-Show mit anspruchsvoller, harter Musik und deutschen Texten.
Etwas, was das deutsche Rockpublikum zu dieser Zeit noch nicht erlebt hat.
Ab Anfang 1979 ist CATS TV dann ein Quartett, bestehend aus Andy, Tom, Heino und dem neuen Bassisten
Dieter (Didi) Schneider.
In dieser Besetzung entstehen in Neuhaus die ersten Highlights wie Koxhafen, Gebrauchtes, Keine Chance oder
Der Schläfer.
Außerdem arbeitet die Band mit diversen hochbegabten Bühnenakteuren zusammen, die die Stücke visualisieren und dieser neuartigen Mixed-Media-Show das gewisse Etwas verleihen.
Als langzeitige Tournee-Weggefährten seien hier Karl Würl, Harty Braas (†) und Jochen Grindel sowie der Toningenieur Michi Werner genannt.
Der Cuxhavener Sänger Pit Schimkat wird als Scout für die Band tätig und stellt Mitte 1979 den Kontakt zu dem
Hamburger Verleger Peter Ende (Intersong) her und dann geht alles ganz schnell.
Kurz darauf unterzeichnen Andy und Tom ihren ersten Urhebervertrag bei Intersong und die vier mittlerweile vollprofessionell arbeitenden Bandmitglieder steigen beim frisch gegründeten Metronome-Label „Reflektor“
(u.a. Accept, Dr.Koch Ventilator, Extrabreit...) in ihren erstenSchallplattenvertrag ein.
Kurz darauf beginnen die vier Musiker, zwischen bereits laufenden Tourneen, die Vorarbeiten zu ihrem
Debüt-Album „CATS TV“.
Die Scheibe wird von Michael-Thomas Omilian in den Alster-Studios in Hamburg produziert und mit etwas Verspätung Mitte 1980 veröffentlicht.
Es folgen weitere bundesweite Tourneen, Festivals, Radio- und Fernsehauftritte, sowie die Auskoppelung der Single Koxhafen.
Bereits 1981 begeben sich Andy, Tom, Heino und Didi mit den in Neuhaus/Oste gemeinsam zu Andy´s neuen Texten erarbeiteten Songs wieder ins Studio, um mit dem Produzententeam Dirk Steffens und Michael Wagner (später u.a. Whitesnake) in den Kölner Dieter Dirks Studios (Scorpions) die LP „Killerautomat“ aufzunehmen.
Durch ihre legendären Live-Auftritte kann sich die Band eine treue, über die gesamte Bundesrepublik verteilte Fangemeinde erspielen und der Longplayer schafft es auf Anhieb mehrere Wochen in die LP-Charts; der Titelsong wird ausgekoppelt.
Als die zweite CTV-Scheibe erscheint, hat sich die Amtshof-Groß-WG bereits aufgelöst. Der Proberaum wird nach Ahlenfalkenberg verlegt und zur Band stoßen Detlef (Nibbl) Niemeyer als zweiter Gitarrero und Burkhard Kuhn als neuer Bassist. Die Killerautomat-Tourneen bestreitet die Band bereits als Quintett und erneut rollt eine spektakuläre
Mixed-Media-Show unter dem Titel "Ihr Programm 82" durch die deutsche Bundesrepublik.
1983 nehmen Andy, Tom, Heino, Nibbl und Burkhard dann in Hamburg mit dem gleichen Produzententeam die dritte und letzte CATS TV Platte mit dem Titel „No.3“ auf. Auf dieser Scheibe sind außer gemeinsamer, erstmals auch Einzelkompositionen der Bandmitglieder enthalten, die Andy im Nachhinein mit Texten versieht.
Nach der dritten Scheibe, die genau in das Abebben der „Neuen Deutschen Welle“ fällt (zu der sich die Band allerdings selber nie gezählt hat), werden lediglich noch zwei Tourneen und ein paar vereinzelte Gigs organisiert.
Dann zieht es Heino aus privaten Gründen nach Bremen, sodass Andy und Heino 1984 ihre nunmehr 10-jährige musikalische Zusammenarbeit beenden.
Am Ende des Jahres 1984 beschließen Andy und Tom nach Erstellung einiger letzter unveröffentlichter
Neukompositionen die Einstellung von Live-Auftritten und damit nach etwa sieben Jahren auch die Auflösung der Cuxhavener Kult-Band CATS TV.
Achterran:
Nach zweijährigem semiprofessionellem Soloschaffen unter dem Arbeitstitel „Andy Pendance“ gründet Andy gemeinsam mit dem Sänger Andreas (Andy Bee) Hinsch und Heino die Band „Pandance“. Anfang 1988 unterschreiben die Drei
bei der grade von der BMG übernommenen RCA in Hamburg ihren Plattenvertrag.
Der Dollar steht grade günstig und RCA organisiert ein Studio in Hollywood-LA, in dem die drei Pandance-Mitglieder mit Gastmusiker Volle Schwanke am Bass und dem Produzenten Richard-James Burgess Ende 1988 die CD „Pandance“ aufnehmen.
In den 90ern entstehen aus der Feder der drei Pandance-Musiker über 50 englischsprachige Songs, die nebenberuflich in Eigenregie im eigenen Cuxhavener Studio erarbeitet und produziert werden. Desweiteren produzieren die Drei auch andere Bands und Einzelinterpreten und bringen das gemeinsame Studio stets auf den neusten technischen Stand. Liveauftritte werden in den letzten Jahren nicht mehr absolviert und mit Ende des ablaufenden Jahrtausends stellt Andy Schwanke seine produzierende Tätigkeit im Musikbusiness ein.
Andreas Hinsch betreibt weiterhin ein kleines aber technisch hochwertiges Tonstudio bei Cuxhaven.
Andy Schwanke, März 2004